Pressespiegel:
UB - Kreis Aachen, 16. Juni 2010
14 Jahre UB-Vorsitzender
Martin Schulz tritt als UB-Vorsitzender ab
Junges Team soll folgen
"Würselener Europapolitiker führt großen Kraftaufwand an. Nach 14 Jahren im Amt soll Martin Peters folgen. Neue Stellvertreter.Von Udo Kals
Würselen/Stolberg. Paukenschlag bei der SPD: Nach 14 Jahren kandidiert Martin Schulz nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden im Unterbezirk (UB) Kreis Aachen. Der Würselener Vollblutpolitiker, der seit Jahren Chef der sozialistischen Fraktion im Europaparlament und Mitglied des Präsidiums der Bundes-SPD ist, nennt seine „enorme zeitliche Belastung“ als Grund für den Rückzug, der bereits vor zwei Jahren einmal angedacht war. „Doch damals hatten wir mit Europa-, Bundes-, Landtags- und Kommunalwahlen vier Wahlen vor der Brust. Und mit dem Blick auf die Ergebnisse kann ich sagen: Es hat sich bewährt, dass ich damals im Amt geblieben bin.“
Doch Schulz sagt auch: „Meine Ämter sind mit einem Kraftaufwand verbunden, der mich immer häufiger in einen enormen Zeitdruck bringt. Ich bewege mich oft an der Belastungsgrenze.“ Und er erzählt: „Im Bundespräsidium der SPD bin ich jetzt noch der einzige, der das Amt eines UB-Vorsitzenden inne hat. Und die anderen fragen mich: Wie machst Du das?“
Nun aber sei ein guter Zeitpunkt gekommen, die Verantwortung in jüngere Hände zu geben. Nachfolger soll der bisherige Stellvertreter Martin Peters werden. Dies schlägt der amtierende UB-Vorstand den Delegierten vor, die am kommenden Samstag zum Unterbezirksparteitag in Stolberg zusammenkommen. „Peters ist ein talentierter, junger Mann, der diese Position gut ausfüllen wird“, lobt der Europapolitiker den Stolberger SPD-Chef, der bei der Bundestagswahl 2009 im Kampf um das Direktmandat gegen Helmut Brandt (CDU) verloren hat und im Städteregionstag sitzt.
Schulz hinterlässt große Fußspuren. Das weiß er. „Aber ich bin ja jetzt auch nicht aus der Welt. Und wir haben fest verabredet, eng zusammenzuarbeiten“, sagt der scheidende Parteichef. Zudem könne sich Peters auf ein starkes Team verlassen, das in der Vorstandsriege mit neuen Gesichtern bestückt wird. Denn weitere Personalien sollen nach dem Vorschlag des Parteivorstands den Führungswechsel bei den Sozialdemokraten abrunden: Die beiden anderen noch amtierenden Stellvertreter – Josef Stiel (Fraktionschef im Städteregionstag) und Helen Weidenhaupt (Vize-Bürgermeisterin Eschweiler) – scheiden aus. Die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers aus Würselen sowie die SPD-Chefs Stefan Kämmerling (Eschweiler) und Detlef Loosz (Alsdorf) sollen die Stellvertreter-Riege von Peters bilden.
Seit 1984 im UB-VorstandUnd so dürfen sich die Delegierten und Schulz auf einen emotionalen Parteitag im Zinkhütter Hof einstellen. Schließlich ist der 54-Jährige seit 1984 Mitglied des UB-Vorstands. „Da war mein designierter Nachfolger gerade erst ein Jahr alt“, sagt Schulz und betont: „Diese Jahre wirft man nicht weg, die sind Teil meines politischen Lebens. Ich gebe etwas ab, was lange zu mir gehört hat.“ Und so schwingt eine gehörige Portion Wehmut mit. Aber auch die Erkenntnis: „Der Schritt bringt mir die erforderliche Entlastung.“
Aus AZ/AN: Mi. 16.06.2010